Thermoisolierung von Teilen der Abgasanlage

Um die Abstrahlung der Wärme von Teilen der Abgasanlage in den Motorraum zu reduzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Durch den Umbau des damaligen Jetta II 16V auf Turbo, wurde auch das Thema "Thermoisolierung" interessant.

Thermoisolierung mittels Hitzeband und Windel

Hitzeschutz eines Golf II 16V Turbos und Hosenrohres

Zur damaligen Zeit gab es eigentlich nur eine mehr oder weniger bezahlbare Möglichkeit, das Hosenrohr gegen Hitzeabstrahlung zu isolieren - Hitzeschutzband. Im Grunde eine recht einfache Möglichkeit, da man das Hosenrohr einfach mit einer Art Band umwickelt hat. Es war jetzt kein High-Tech, aber in Verbindung mit einer so genannten "Turbowindel" erfüllte es seinen Zweck.

Nach einiger Zeit wurde das Band aber langsam brüchig und auch an der Windel nagte der Zahn der Zeit. Die Windel selbst sitzt nicht 100%ig stramm, sondern schäuert immer etwas irgendwo rum und das sah man ihr auch mit der Zeit an.

Keramik-Beschichtung des 16V Turbo Hosenrohres und Abgasgehäuses

Irgendwann wurden dann so genannte Keramik-Beschichtungen angeboten. Da man schon immer offen für neues war - warum denn nicht. Zu der damaligen Zeit war es nicht gerade ein Schnäppchen und um einiges teurer als die Isolierung mit Hitzeband.

Klingt toll - immerhin kennt man eine ähnliche Beschichtung bzw. Isolierung vom Space-Shuttle. High-Tech für den Golf II? Ganz so war es nun doch nicht. Es wurde zwar eine dünne Beschichtung im Inneren und Äußeren des Hosenrohres sowie des Abgasgehäuses aufgetragen und die Farbe konnte man sich auch aussuchen, aber für den durchaus gehobenen Preis konnte es nicht überzeugen.

So kam es dann, dass die Abgasteile wieder zusätzlich mit Hitzeband umwickelt wurden.

Thermoisolierung von Abgasgehäuse, Hosenrohr und Fächerkrümmer

Vorbereitung der Thermoisolierung eines VR6 Fächerkrümmers, 16V Turbos und Hosenrohres

Bei dieser Art der Isolierung wird eine mehrere Millimeter dicke Matte zur Thermoisolierung auf das zu isolierende Teil der Abgasanlage aufgebracht und später mit einer hauch dünnen "Folie" aus Edelstahl ummantelt. Damit diese Ummantelungen aneinander halten, werden sie miteinander verschweißt.

Im Grunde eine Technik, die es noch garnicht so lange gibt. Erste Anbieter haben dafür durchaus eine recht stolze Summe verlangt. Nachdem man sich etwas mit dem Thema auseinander gesetzt hatte, schien es eigentlich garnicht so schwer zu sein, sowas zu machen. Es wirkte auch wie eine langlebige Alternative zum Hitzeband.

Da wir es bekannter Maßen mit dem Schweißen nicht so haben, fand sich mit Norman relativ schnell jemand im Raum Berlin-Treptow, der sowas anbietet. Ein Kontakt war über die Plattform schnell hergestellt - nett, freundlich und professionell - einfach empfehlenswert. Finanziell hielt es sich verglichen mit der Keramik-Beschichtung im Rahmen und auch das Ergebnis konnte von der Qualität her überzeugen.

Sicherlich mag es etwas einfacher und damit auch preiswerter sein, ein einfaches Hosenrohr einzupacken im Vergleich zu einem Fächerkrümmer, aber lohnt auch hier lohnt sich der Aufwand durchaus.

Wie auch beim Hitzeband rauchen die isolierten Teile anfangs recht stark, was sich aber nach ein paar Minuten legte. Es ist nicht so, dass man jetzt die Abgasteile einfach anfassen kann, dafür sind sie trotz Isolierung zu heiß. Aber wenn man mit der Hand in die Nähe jener Teile kommt, merkt man schon einen Unterschied von der Themperatur her.

Vorsicht bei der Montage der isolierten Teile

Bei der Montage der isolierten Teile im Golf II 16V Turbo gab es kaum Probleme, aber beim VR6 war es nicht ganz so einfach wieder an die Muttern des Fächerkrümmers zu kommen, da einfach der Platz zwischen den Rohren geringer ist.

Wie schon beschrieben ist die metallische Ummantelung sehr sehr dünn. Egal wie gut gearbeitet wurde, irgendwo entsteht immer mal eine kleine Kante bzw. Überlappung. An diesen schneidet man sich sehr leicht, wenn man beim VR6 zwischen Krümmer und Block kriechen muss, um die Muttern auf die Stehbolzen zu bekommen - hier sollte man vorsichtig sein.

Nimmt man die "Risiken" in Kauf, bekommt man ein optisch ansprechendes Ergebnis, was technisch auf dem Stand der Zeit (im Jahr 2020) ist.

Wie lange das hält? Schauen wir mal.